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Ausbau der E 233

Wir, die Geschäftsleitung der Georg Boll GmbH & Co. KG, bekennen uns ausdrücklich zum vierstreifigen Ausbau der Europastraße 233 – der kürzesten Verbindung zwischen den Großräumen Hamburg/Bremen und Amsterdam/Rotterdam.   Es geht uns hierbei nicht um einen wirtschaftlichen Vorteil für Unternehmen der Transportbranche; vielmehr verstehen wir uns als Teil der lokalen Infrastruktur, die es ermöglicht, im Emsland hergestellte Produkte zu marktfähigen Preisen bei den jeweiligen Kunden anzuliefern.   Sollte der Ausbau der E 233 nicht realisiert werden, steht zu befürchten, dass im Zusammenhang mit der geplanten Mauterweiterung auf alle Bundesstraßen zum 01.01.2018 immer weniger Transportunternehmen bereit sein werden, im Emsland Ladung aufzunehmen, oder dies nur noch zu überproportional hohen Frachtkosten tun werden. Diese Entwicklung hätte für die hier ansässigen Gewerbeunternehmen fatale Folgen.   Wir sind daher der Meinung, dass der vierstreifige Ausbau für unsere Region von großer Wichtigkeit ist und dazu beiträgt, die emsländische Wirtschaft zu stärken und zukunftssicher zu machen.   Ein weiterer Aspekt, den wir nicht außer Acht lassen möchten, ist das Thema „Sicherheit“. Täglich wird die E 233 von vielen unserer Mitarbeiter sowohl im Pkw als auch im Lkw befahren und es passieren immer wieder schwere Unfälle auf dieser Strecke. Die Erweiterung der Bundesstraße auf vier Spuren würde hier ein entscheidendes Mehr an Sicherheit schaffen.   Wir möchten aber in diesem Zusammenhang nachstehend auch ein paar der am häufigsten gestellten Fragen zum geplanten Ausbau der E 233 aufgreifen und deren Beantwortung/Kommentierung durch die IHK Osnabrück – Emsland - Grafschaft Bentheim vorstellen:

Warum ist der vierstreifige Ausbau der E 233 zwischen Meppen (A 31) und Cloppenburg (A 1) erforderlich?

Die E 233 (B 402/B 213) stellt die kürzeste Verbindung zwischen den Großräumen Amsterdam/Rotterdam und Bremen/Hamburg dar. Von niederländischer Seite ist die E 233 bis zur Staatsgrenze als Autobahn und von dort bis zum Autobahnkreuz Meppen als vierstreifige Kraftfahrstraße ohne höhengleiche Kreuzungen ausgebaut. Die weiteren knapp 77 km von der A 31 bis A 1 sind weit überwiegend nur zweistreifig ausgebaut. Angesichts eines für Bundesstraßen ungewöhnlich hohen Schwerverkehrsanteils von 33 % sind diese Abschnitte überlastet und weisen hohe Unfallzahlen aus.

Gibt es Alternativen zum Ausbau der E 233?

Dies wurde im Rahmen der Entwurfsplanungen ausführlich geprüft. Da das Ausweichen auf das bestehende Autobahnnetz mit Umwegen verbunden ist, wurde davon Abstand genommen. Der in diesem Zusammenhang ebenfalls geprüfte dreistreifige Ausbau (geringerer Flächenverbrauch) wurde verworfen, weil das Unfallrisiko bei dieser Ausbauvariante weiterhin hoch ist.

Ist die Trassenführung mit der bestehenden E 233 identisch?

Nein, aber sie orientiert sich weitgehend an deren Verlauf. Der vierstreifige Ausbau und die damit möglichen höheren Geschwindigkeiten machen es erforderlich, Kurvenradien zu erhöhen und bestehende Kreuzungen aufzuheben.

Kann die E 233 für den Lkw-Transitverkehr gesperrt werden?

Als Europa- bzw. Bundesstraße ist die E 233 (B 402/B 213) dem Fernverkehr gewidmet. Eine Sperrung ist nicht möglich, weil es keine parallel verlaufende, höherwertige Straße gibt.

Wie sind die Realisierungschancen für dieses Vorhaben?

Der vierstreifige Ausbau der E 233 ist im Vordringlichen Bedarf des aktuellen Bundesverkehrswegeplans eingestuft und soll somit spätestens bis zum Jahr 2030 realisiert sein. Auch das Land Niedersachsen steht hinter diesem Vorhaben. Vorausgesetzt, dass sich im laufenden Planungsprozess keine wesentlichen Hinderungsgründe ergeben, kann davon ausgegangen werden, dass die E 233 zeitnah ausgebaut wird.

Verbessert oder verschlechtert sich die regionale Erreichbarkeit durch den Ausbau der E 233?

Durch den vierstreifigen Ausbau ohne höhengliche Kreuzungen erhöht sich die zulässige Höchstgeschwindigkeit sowohl für Pkw als auch für Lkw. Damit verbessert sich die Erreichbarkeit der Region. Dazu trägt auch der Rückgang von Staus und Unfällen bei. Der vierstreifige Ausbau macht es allerdings erforderlich, dass die Anzahl der Anschlussstellen deutlich reduziert wird. Hier sind also in Abhängigkeit von Start- und Zielort Umwege im nachgeordneten Straßennetz unvermeidbar.

Wie wirkt sich der Ausbau der E 233 auf die Anlieger aus?

Hier sind zwei Effekte zu unterscheiden: Vielerorts wird die Belastung durch den Verkehr sinken, weil der Ausbau zu weniger Staubildung führt und somit auch die Anfahr-, Brems- und Standgeräusche der Fahrzeug sowie die damit verbundene Belastung durch Abgasemissionen reduziert wird. Durch die erhöhte Verkehrsmenge und die teilweise neue Trassenführung wird die Belastung bestimmter Anlieger zunehmen. Diese haben Anspruch auf aktiven bzw. passiven Lärmschutz, wenn die gesetzlichen Grenzwerte nicht eingehalten werden.

Der Bau einer neuen vierstreifigen Fernstraße ist mit einem zusätzlichen Flächenbedarf verbunden und verbraucht wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen sowie Naturschutzgebiete. Ist der Neubau dieser Straße insofern überhaupt zu vertreten?

Trotz der schlechten Verkehrssituation auf der aktuellen Trasse nutzen täglich rund 10.000 Fahrzeuge diese Strecke. Die Verkehrsprognosen bis zum Jahr 2030 gehen davon aus, dass sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr weiter ansteigen werden. Für die E 233 wird auch ohne den Ausbau für das Jahr 2030 ein tägliches Verkehrsaufkommen von rund 13.000 Kfz. prognostiziert. Mit dem Ausbau erhöht sich das Verkehrsaufkommen demnach auf 15.000 Kfz täglich. Zumutbare und belastbare alternative Strecken stehen nicht zur Verfügung. Für den Flächenverzehr muss der Bund als Baulastträger entsprechende Kompensationsflächen nachweisen, auf denen dann die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes dauerhaft gesichert sind. Auch muss in der Planung sorgfältig abgewogen werden, welches Schutzgut (Mensch, Boden, Wasser, Fauna und Flora) in welchem Umfang vertretbar beeinträchtigt werden kann.

Führen weitere Kostensteigerungen zu einer Verschlechterung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses und steht dann auch die Wirtschaftlichkeit dieses Vorhabens in Frage?

Aktuell ist das Nutzen-Kosten-Verhältnis mit 2,1 bewertet und somit volkswirtschaftlich sehr sinnvoll. Kostensteigerungen führen nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses, weil parallel auch der Nutzen neu bewertet werden muss. Dies kann die Kostensteigerungen durchaus kompensieren.