Ulrich Boll, Geschäftsführer der GEORG BOLL GMBH & CO. KG unterstreicht die Relevanz der Logistikbranche in der Corona-Krise

BOLL in Corona-Zeiten gut gerüstet

Auswirkungen der Pandemie auf die Logistik

Das erstmals im Dezember 2019 in der chinesischen Millionenstadt Wuhan aufgetretene COVID-19-Virus entwickelte sich dort schnell zu einer zunächst auf China beschränkten Epidemie, bevor es nach Europa überschwappte und schließlich zur weltweiten Pandemie wurde. Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzuschränken bzw. zu verlangsamen, entschlossen sich fast alle Nationen zu einschneidenden Maßnahmen, die sowohl den privaten Bereich als auch das öffentliche Leben betrafen. Der sogenannte „Lockdown“ legte auch weite Teile der Wirtschaft lahm; neben Tourismus und Gastronomie waren besonders die Bereiche Automotive, Maschinenbau sowie Papier- und Chemieprodukte betroffen. Hier gab es teilweise Corona-bedingte Ausfälle von 80 bis 100 Prozent.

Der Logistik kommt in diesen für alle schwierigen Zeiten eine besondere Rolle zu, gilt sie doch als systemrelevante Branche, die die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft sicherstellt und somit zum Funktionieren unserer Gesellschaft beiträgt. Dabei sind die aktuellen Gegebenheiten für die Logistikdienstleister alles andere als einfach. Es gilt, die eigenen Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, sich auf individuelle Sicherheitsmaßnahmen der Kunden einzustellen, was häufig zu Verzögerungen bei Be- und Entladung führt und darüber hinaus die situationsbedingt veränderte Auftragslage zu handeln. Mehr denn je sind antizipierendes Management und Flexibilität gefragt und verdeutlichen die Leistungsfähigkeit einer häufig unterschätzten Branche.
„Die Wahrnehmung von Logistikunternehmen in der Öffentlichkeit hat sich durch Corona stark verändert und zwar in positiver Hinsicht,“ konstatiert geschäftsführender Gesellschafter Ulrich Boll; „vielen Menschen wurde erst in dieser Krisenzeit richtig bewusst, welchen Beitrag die Branche zur Aufrechterhaltung des täglichen Lebens leistet,“ fasst er die gegenwärtige Stimmung zusammen.

Bei BOLL hat man sich bereits sehr früh gewappnet und auf erschwerte Bedingungen bei der Abwicklung der logistischen Prozesse eingestellt. So gab es bereits nach den ersten in Deutschland registrierten Fällen interne Notfallpläne, angepasste Prozessabläufe, räumliche Veränderungen in den jeweiligen Abteilungen sowie strenge Hygiene- und Verhaltensvorschriften, die auch jetzt noch, also nach rückläufigen Infektionszahlen und den daraus resultierenden Lockerungsmaßnahmen, ständig aktualisiert und kommuniziert werden.

Obwohl die Speditions- und Logistikbranche als solche in der gegenwärtigen Krise spürbare Mengen- und damit Umsatzverluste hinnehmen muss, können wir bei BOLL eine vorsichtig positive Bilanz der letzten drei Monate ziehen. „Unsere Kundenstruktur beruht auf einer breit gefächerten Branchenpalette, so dass Ausfälle in bestimmten Bereichen durch situationsbedingte Zuwächse in anderen aufgefangen werden konnten,“ erklärt Ulrich Boll den Status Quo im Unternehmen. Er ist sich aber auch sicher, dass die in der Krise gemachten Erfahrungen ein Umdenken in den Produktionsprozessen und im globalen Handel manifestieren werden. Unterbrochene Lieferketten, daraus resultierende Versorgungsengpässe in den unterschiedlichsten Bereichen, u.a. bei Medizin- und Pharmaprodukten, offenbarten in der Krise einseitige Abhängigkeiten, die es zu überdenken gelte. „Just in time“ sei lange das Zauberwort gewesen; nun müsse man jedoch über den Sinn dieser „On-demand“-Lieferungen nachdenken. Boll prophezeit, dass ein Großteil der produzierenden Wirtschaft langfristig wieder auf erweiterte Lagerkapazitäten und kürzere Wege setzen werde, um im Bedarfsfall schnell und ohne größeren Aufwand auf die benötigten Produkte zugreifen zu können.

„In jedem Fall bleibt es eine große Herausforderung, mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie umzugehen, und nicht jedem wird dies gelingen. Weder der dritte Golfkrieg in 2003, noch 9/11 oder die Finanzkrise im Jahr 2008 haben derartige Einschnitte in unser aller Leben verursacht, wie es dieses COVID-19-Virus getan hat,“ fasst Ulrich Boll die globale Situation abschließend zusammen.